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Rieseninteresse am Zukunftsthema schulische Inklusion

Reverent Landesbehindertenbeauftragter Gerd Weimer11.05.2012 - Weit über einhundert Gäste konnten der PARITÄTISCHE Kreisverband, die AG Barrierefreiheit und die Gesamtschwerbehindertenvertretung der Stadt am 10. Mai im Mannheimer Collini-Center zur Veranstaltung „Eine Schule für ALLE? – Inklusion in Baden-Württemberg“ mit dem Landesbehindertenbeauftragten Gerd Weimer begrüßen.

Das große Interesse an der im Rahmen der jährlich am 5. Mai stattfindenden „Europäischen Protesttage zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ organisierten Veranstaltung zeigte sich auch an der lebhaften Diskussion, die dem engagierten Vortrag des Landesbehindertenbeauftragten folgte.

Gerd Weimer machte in seinem kurzen, aber umfassenden Referat deutlich, dass die Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention in Bezug auf die gemeinsame Beschulung behinderter und nicht-behinderter Kinder verpflichtend seien. Dieser Auftrag dürfe im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen von Gebietskörperschaften oder gesellschaftliche Gruppen nicht dazu führen, ein inklusives Bildungssystem auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben. Angesichts der bestehenden Vermögensschieflage und der sozialen Ungleichheit in Deutschland, so sein Seitenhieb an die Politik, könne man auch das Argument nicht akzeptieren, dass zu wenig Geld für die Finanzierung solch wichtiger behinderten- und menschenrechtlicher Projekte wie der Inklusion vorhanden sei.

PublikumAuf die Landespolitik komme eine wichtige Aufgabe zu, und er äußerte sich optimistisch, dass er in seiner weisungsungebundenen Funktion als neuer Landesbehindertenbeauftragter vieles dazu beitragen kann. Eine inklusive Schule, die allen Kindern den gleichberechtigten wohnortnahen Schulbesuch ermöglichen und behinderten Kindern eine optimale individuelle Förderung zukommen lassen will, sei allerdings nicht zum Nulltarif zu haben, auch nicht durch bloße Umschichtung sonderpädagogischen Personals.

Skandinavische Länder wie Norwegen machten deutlich, dass der gemeinsame Schulbesuch behinderter und nicht-behinderter Kinder zur gesellschaftlichen Realität gehörten und als Selbstverständlichkeit akzeptiert werden. Andere konkrete Beispiele auch aus der Bundesrepublik zeigten, dass eine inklusive Schule auch ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit sowohl behinderten als auch nicht behinderten Schülern zugute kommt.

Auf dem Podium von Links nach Rechts Heinrich Schaudt, Johann Radak, Gerd Weimer und Thomas WeichertIn seinem Schlusswort bedankte sich der Moderator Thomas Weichert, Kreisvorsitzender des Paritätischen, bei Gerd Weimer und dem Publikum, das sich nicht nur aus Menschen mit Behinderungen, sondern Vertretern aus Politik, Lehrerschaft und gemeinnützigen Verbänden zusammensetzte. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die erfolgreiche Veranstaltung auch dazu beitragen kann, dass fachlich und politisch Verantwortliche in ihrer künftigen politischen und beruflichen Arbeit das Ziel einer inklusiven Schule nicht aus den Augen verlieren. Er wies in diesem Zusammenhang auf den Aktionsplan „Mannheim – auf dem Weg zur behindertenfreundlichen Stadt“ des Behindertenforums hin. Hier wollen sich verschiedene Arbeitsgruppen demnächst mit der konkreten Umsetzung der im Aktionsplan formulierten Ziele befassen.



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